Im Knoblauchsland
Unwetter mit Hagel vernichtet große Teile der Freilandanbaus

Überschwemmtes Gemüsefeld im KnoblauchslandZoombild vorhanden

© Uta Hübner (AELF FU)

Am Abend des 14. und 17. Juli überzogen massive Unwetter- und Hagelereignisse das Gebiet rund um das Knoblauchsland. Die schweren Stürme und Regenfälle hinterließen eine Schneise der Verwüstung.

Die erste Hagelschneise betraf das Gebiet von Vestenbergsgreuth bis zum nördlichen Nürnberg und in der Verlängerung noch Teile des Nürnberger Umlandes. Im Knoblauchsland waren die Ortschaften Kraftshof, Neunhof, Buch, Höfles, Almoshof, Lohe, Sack und Ronhof betroffen. Diese wurden auch beim zweiten Unwetter wiederum extrem in Mitleidenschaft gezogen. Zusätzlich wurden die Ortschaften Vach, Steinach und Hüttendorf geschädigt.

Ein Lauchfeld nach dem ersten Unwetter.Zoombild vorhanden

© Uta Hübner (AELF FU)

Aktuelle Schätzung: 15 Millionen Euro Gesamtschaden
In der Spitze wurde eine Windgeschwindigkeit von 130 km/h gemessen bei ca. 40 l/qm Niederschlag am Flughafen Nürnberg. In Kraftshof und Neunhof wurden sogar bis zu 75l/qm in ca. 30 Minuten gemessen. Diese Wassermassen überforderten die Kanalisation und die Äcker wurden gleich zwei Mal schwer überschwemmt. Die Schäden lassen sich momentan noch nicht genau beziffern, man geht momentan von einem Gesamtschaden von ca. 15 Millionen Euro aus. Nach Abschätzung von Gemüsebauberatern ist ein Drittel der Jahresernte in den betroffenen Gebieten zerstört worden.
Größere Schäden sind im Mais zu verzeichnen.

Dies kann in viehhaltenden Betrieben in diesem Gebiet zu Futtermangel führen.

Durchlöcherte KohlpflanzenZoombild vorhanden

© Uta Hübner (AELF FU)

Besonders verheerend waren die Auswirkungen auf Sonderkulturen im Gemüseanbau:
Ca. 40 % der gesamten Ernte im Knoblauchsland von Möhren, Salaten, Radieschen, Herbstporree, Blumenkohl, Sellerie und Schnittkräutern sind vernichtet. Besonders schlimm war, dass die bereits wieder nachgepflanzten und -gesäten Sätze durch das zweite Unwetter am Freitag erneut weg geschwemmt wurden.
In Dauerkulturen wie Rhabarber und Spargel sind große Schäden zu verzeichnen. Das wahre Ausmaß wird sich hier allerdings erst im nächsten Jahr zur Erntezeit zeigen. Auch die im Freiland angepflanzten Lagergemüse wie Rote Beete, Sellerie, Zwiebeln und Kartoffeln sind zerstört.

Für Neuansaaten/Neupflanzungen ist es bei vielen Gemüsesorten zu spät, was den kompletten Ernteausfall für dieses Jahr zur Folge hat. Die Ernte ganzer Kulturen fallen somit aus.

Mann kniet auf AckerZoombild vorhanden

© Uta Hübner (AELF FU)

AELF unterstützt betroffene Betriebe
Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Fürth-Uffenheim organisiert in Zusammenarbeit mit dem Staatsministerium, dem Gemüseerzeugerverband Knoblauchsland und weiteren Institutionen Hilfestellungen und berät die betroffenen Landwirte. Das Amt empfiehlt, die Schäden auch mit Fotos zu dokumentieren, um bei eventuellen finanziellen Hilfen den Umfang des Schadens nachweisen zu können. Behördenleiter Dr. Herbert Siedler und Uta Hübner, Abteilungsleiterin Gartenbau am AELF FU, machten sich gleich jeweils am nächsten Tag ein Bild von der Lage vor Ort und sprachen mit betroffenen Gemüseanbauern.
„Wenn man an die ganze Arbeit denkt, die man schon hinein gesteckt hat, könnte man nur noch weinen“, sagt einer der Anbauer.

Das Wetter zeigte sich an den Tagen danach zwar von seiner besten Seite, die Sonne schien und ein blauer Himmel überzog die Gemüsefelder. Doch diese sind verwüstet. Der Sturm hat alles Grün hinweggefegt, das Wasser hat die Pflanzen entwurzelt und weggeschwemmt. Der Frust bei den Gemüsebauern ist hoch. Es herrscht eine depressive, niedergeschlagene Stimmung. Manch einer denkt beim Anblick der zerstörten Felder ans Aufhören: „90 % der Betriebsproduktion ist kaputt! Game over!“